Die Testautomatisierung ist für viele Unternehmen längst keine Neuheit mehr – doch die Berechnung ihrer Rentabilität und die zugrunde liegenden Voraussetzungen bleiben nach wie vor zentrale Herausforderungen.
Wir haben zusammengefasst, welche Faktoren den ROI (Return on Investment) der Testautomatisierung beeinflussen, wann sich eine Investition wirklich lohnt – und wie sich typische Stolperfallen vermeiden lassen.
Die Rentabilität von automatisierten Tests in Zahlen und Strategie
Steigende Markterwartungen, wachsende Komplexität von Geschäftsprozessen sowie Anforderungen an Digitalisierung und Kundenerlebnis erfordern immer schnellere Entwicklungszyklen, kontinuierliche Updates und fehlerfreie Releases.
Inmitten dieser Herausforderungen kann die Testautomatisierung eines der am besten rentierenden Werkzeuge sein – denn sie bietet gleichzeitig:
- Kosteneinsparung,
- bessere Qualität
- schnellere Umsetzung.
Der ROI – also die Rentabilität einer Investition – ist dabei nicht nur eine finanzielle Kennzahl, sondern ein strategischer Kompass in der Welt der Softwaretests.
Zwar erscheint die Automatisierung auf technischer Ebene als schnelle und attraktive Lösung, doch echten geschäftlichen Mehrwert liefert sie nur dann, wenn sie sorgfältig geplant und vielseitig genutzt wird.
Aber lohnt sich die Einführung in jedem Fall? Und wenn ja – wie lässt sich die tatsächliche Rentabilität zuverlässig berechnen?
Was bedeutet Rentabilität eigentlich genau?
Beim Begriff ROI denkt man sofort an leicht messbare Faktoren wie Zeit, Nutzen und Kosten. Das ist grundsätzlich richtig – allerdings decken diese Bereiche weder direkt noch vollständig das gesamte Spektrum möglicher Vorteile ab. Je nach Perspektive und Tiefe der Analyse kann der tatsächliche Nutzen deutlich komplexer und vielschichtiger ausfallen.
Warum ist es wichtig, direkte und indirekte Auswirkungen im Zusammenhang mit der „heiligen Dreifaltigkeit“ der Rentabilität – Zeit, Nutzen und Kosten – zu betrachten?
Vor allem deshalb, weil wir dazu neigen, uns auf direkt messbare (meist schnelle, aber oft nicht nachhaltige) Ergebnisse zu konzentrieren – und dabei langfristige, teilweise wesentlich bedeutsamere Effekte aus dem Blick verlieren.
Wenn wir also eine präzise und ganzheitliche ROI-Berechnung im Kontext von Automatisierung oder Testautomatisierung anstreben, müssen auch diese langfristigen, schwer messbaren (indirekten) Vorteile mit einbezogen werden.
Arten und Messung der Rentabilität
Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, empfiehlt es sich, Vorteile und Nachteile sowie den angenommenen Nutzen in einer übersichtlichen Tabelle zusammenzufassen. Ebenso wichtig ist es, den erwarteten Zeithorizont der Rentabilität auszuweisen – denn dieser kann häufig den Ausschlag zugunsten einer Einführung geben.
Direkte Rentabilität
1. Zeitersparnis in den Testzyklen
- Die Automatisierung manueller Tests verkürzt die Laufzeit von Regressions-, Funktions- und Smoke-Tests erheblich.
- Wiederholte Durchführung derselben Testprozesse ist ohne menschlichen Aufwand – sogar im 24/7-Betrieb – möglich.
- Schnellere Validierung bedeutet weniger Wartezeit zwischen Entwicklung und Go-Live, wodurch sich die Release-Zyklen beschleunigen.
2. Kostenreduktion
- Für Routinetests wird weniger manuelle Arbeitszeit benötigt.
- Die freigesetzten Stunden können für Planung, Entwicklung, Dokumentation oder andere Tätigkeiten mit höherem Mehrwert genutzt werden.
- Durch frühzeitiges Erkennen von Fehlern sinken die Kosten für deren Behebung drastisch – je früher ein Fehler entdeckt wird, desto günstiger ist seine Korrektur.
3. Erhöhte Testabdeckung und Qualität
- Mit automatisierten Tests lassen sich eine Vielzahl von Testfällen und ein breites Testspektrum abdecken – was manuell kaum erreichbar wäre.
- Auch komplexe, datenintensive Tests können routinemäßig und konsistent durchgeführt werden.
- Durch maschinelle Ausführung erfolgt das Testen stets auf dieselbe, fehlerfreie Weise – menschlich bedingte Fehlerquellen werden eliminiert.
Indirekte Rendite
1. Geschäftliche Agilität und Markteintrittsvorteil
- Durch schnellere, planbarere Release-Zyklen kann das Unternehmen rascher auf Marktanforderungen, Trends oder sogar auf Schritte der Wettbewerber reagieren.
- Die Innovationsfähigkeit steigt: Entwicklungs- und QA-Teams können mutiger experimentieren, da das Feedback automatisch und schnell erfolgt.
2. Fokus auf Aufgaben mit höherem Mehrwert
- QA- und Entwicklungsteams werden von monotonen, aber zeitaufwendigen Routinetests entlastet, sodass sie sich auf komplexere, kreativere, geschäftskritische Aufgaben mit höherem Mehrwert konzentrieren können.
- Die Teamzufriedenheit steigt, das Risiko von Burnout sinkt und damit wird das Mitarbeiterbindungsprogramm der HR-Abteilung wirksam unterstützt.
3. Bessere Kundenerfahrung und weniger kritische Fehler
- Durch automatisiertes Testen sinkt die Zahl der im Produkt verbleibenden Fehler.
- Stabilere, zuverlässigere Software erhöht das Vertrauen in die Anwendung und die Kundenzufriedenheit.
- Durch die Reduzierung der Fehleranzahl kann der Fokus stärker auf den eigentlichen Zweck von Nutzertests gelegt werden: die geschäftliche Validierung von Prozessen und Funktionen.
4. Bewusstere und optimierte Testprozesse
- Auf Basis messbarer, nachverfolgbare Testmetriken kann die QA-Strategie gezielter weiterentwickelt und langfristig optimiert werden – inklusive der benötigten Ressourcen.
- Der Einsatz von Automatisierung beseitigt oder glättet kurzfristige, aber regelmäßig auftretende Lastspitzen oder andere zyklische, saisonale Effekte.
5. Leichtere Auditierbarkeit und Compliance
- Von automatisierten Tests erstellte Logs und Berichte unterstützen die Erfüllung von Compliance-Anforderungen und externen Audits sowie die Fehlerverwaltung.
- Sie bieten eine nachvollziehbare, standardisierte Lösung für Dokumentationsprobleme.
Basierend auf unseren Erfahrungen aus Großprojekten und zahlreichen Fallanalysen kann man in etwa mit den folgenden Amortisationszeiträumen rechnen:
Die Kosten der Testautomatisierung: Was ist zu beachten?
Anfängliche Investitionen
Ein wesentlicher Bestandteil der Kostenstruktur der Testautomatisierung sind die anfänglichen Investitionen. Dazu gehören die Lizenzgebühren für Automatisierungstools, der Aufbau der notwendigen Infrastruktur (wie Testumgebungen, Server, CI/CD-Systeme) sowie die Schulung des Testteams oder die Einbindung externer Testautomatisierungs-Experten.
Immer mehr Unternehmen legen zudem Wert auf die Integration in CI/CD-Prozesse, was zusätzliche, oft versteckte Kosten verursachen kann – beispielsweise für Onboarding, Testarchitektur-Planung oder die Einrichtung der Automatisierungspipeline.
Laufende Kosten
Erfolgreiche Automatisierung endet nicht mit der Einführung des Systems. Die Wartung der Skripte, das eventuelle Umschreiben von Testfällen sowie regelmäßige Updates gehören genauso zu den Kosten wie das fortlaufende Testdatenmanagement und die Pflege der ausführenden und unterstützenden Infrastruktur.
Ein häufiger Stolperstein ist, dass Unternehmen den Ressourcenaufwand für diese Prozesse unterschätzen. Daher ist es wichtig zu betonen, dass automatisiertes Testen langfristig nur dann kosteneffizient bleibt, wenn Wartung und Weiterentwicklung Hand in Hand gehen.
3 praktische Tipps für die Einführung:
1. Beginnen Sie schrittweise: Automatisieren Sie zunächst stabile und kritische Regressionstests. Automatisieren Sie zunächst stabile und kritische Regressionstests.
2. Messen Sie den ROI kontinuierlich: Berechnen Sie ihn nicht nur einmal, sondern verfolgen Sie laufend die Entwicklung von Kosten und Nutzen.
3. Akzeptieren Sie, dass manuelle Tests weiterhin eine Rolle spielen: Automatisierung ergänzt, ersetzt aber nicht vollständig das menschliche Testen.
Zusammenfassung und Empfehlungen
Wichtigste Erkenntnisse
Die Rendite (ROI) der Testautomatisierung ist nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis einer gut geplanten Strategie und kontinuierlicher Weiterentwicklung.
Eine präzise Kosten-Nutzen-Analyse, eine einführungsstrategie, die auf den Reifegrad abgestimmt ist, sowie die Wartung sind von zentraler Bedeutung.
Nicht alle Testprozesse lohnen sich zu automatisieren – selektive, intelligente Automatisierung erzielt die besten Ergebnisse.
Konkrete Empfehlungen:
1. Führen Sie vor jedem Automatisierungsprojekt eine ROI-Vorabanalyse durch – lassen Sie sich nicht von ‚trendy‘ Lösungen verleiten.
2. Starten Sie mit einem Pilotprojekt oder einem kleineren, gut messbaren Prozess und erweitern Sie nur bei Erfolg den Umfang.
3. Sorgen Sie für kontinuierliche Wartung und Schulung des Teams – erfolgreiche Automatisierung ist eine langfristige Investition.
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