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2025.02.10

Wenn No-Go die einzige Option ist: Unabhängiges Testing und kritische IT-Entscheidungsunterstützung für Banken

Kurzüberblick über das Projekt 

Kundenprofil

Mitglied einer großen internationalen Bankengruppe 

Branche

Finanzsektor, Bankdienstleistungen, mit einem besonders strengen regulatorischen Umfeld und hohen Qualitätsanforderungen

Unternehmensstandort

Budapest, Ungarn

Unternehmensgröße

mehrere tausend Mitarbeitende, mit komplexer Organisationsstruktur

Kundenanforderung

IDM‑Berechtigungsverwaltungssystems Funktionales Testen von der Planung über die Koordination bis zur Durchführung – mit vollständiger Verantwortungsübernahme.

Am Projekt beteiligte Fachkräfte auf Seiten von TestIT

  • 1 Testkoordinator
  • 6 manuelle Tester
  • 1 Testautomatisierungsingenieur

Besondere Herausforderungen

  • Vorgeschichte der Einführung
  • unvollständige Dokumentation
  • komplexe Systemintegration
  • strenge Compliance-Anforderungen

Eingesetzte Technologien und Werkzeuge

  • Jira – ein Testmanagement- und Ticketing-System für Fehlermanagement und Aufgabensteuerung
  • SoapUI – API-Testtool für Integrationstests
  • Confluence – für Dokumentation und Wissensaustauschspeziell
  • spezielle Testmanagement-Plugins (z. B. Xray oder Zephyr für Jira)
  • SQL-Kenntnisse – für Datenbankabfragen

Erforderliches Fachwissen und Soft Skills

  • tiefgehende Kenntnisse der Bankprozesse
  • Fachkompetenz im funktionalen Testing
  • Erfahrung im Testmanagement
  • Datenbankkenntnisse
  • Datenbankkenntnisse
  • proaktive Kommunikation
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Präzision
  • Kooperationsfähigkeit
  • Stakeholder-Management

Wir setzten den Schlusspunkt hinter ein seit Jahren laufendes Projekt

Bei unserem Kunden, einer Bankengruppe, lief die Einführung eines geschäftskritischen Bankensystems bereits seit Jahren. Das Management erkannte, dass es einen unabhängigen, professionellen Partner braucht, der den Systemzustand objektiv bewertet und die volle Verantwortung für das funktionale Testing von der Planung über die Koordination bis zur Durchführung übernimmt. Auf Basis der zuvor erfolgreichen Zusammenarbeit wurde TestIT beauftragt. Das Ziel war klar: Das System sollte erst dann live gehen, wenn es die geschäftlichen Anforderungen wirklich erfüllt und betriebssicher funktioniert.

Der Ansatz von TestIT: Unabhängigkeit, Methodik und proaktive Kommunikation

Wenn wir in ein derartiges Projekt einsteigen, ist der erste und wichtigste Schritt, Vertrauen aufzubauen und einen klaren, transparenten Rahmen zu schaffen.

Der Ansatz von TestIT beruht auf drei Säulen: unabhängige Expertise, fundierte Methodik und kontinuierliche, proaktive Kommunikation.

1. Unabhängige Expertise und objektive Bewertung

Eine der größten Stärken unseres Unternehmens ist unsere vollständige Unabhängigkeit vom Softwarelieferanten und von internen Entwicklungsteams. Dadurch können wir den Systemzustand objektiv und ohne Vorurteile bewerten. Wir haben kein Interesse an einem übereilten Go-Live; unser einziges Ziel sind Qualität und Risikominimierung. Diese Unabhängigkeit gibt IT-Entscheidungsträgern die Sicherheit, dass die gelieferten Informationen korrekt und verlässlich sind.

2. Fundierte Methodik

Wir begannen das Projekt mit der Etablierung einer soliden Methodik und legten anschließend die ersten Schritte für hochwertiges Testing fest:

1. Wir sammelten Informationen und bündelten das vorhandene Wissen.
2. Wir bereinigten die Prozesse und erarbeiteten die Teststrategie.
3. Wir wählten die geeigneten Testverfahren und Werkzeuge aus.
4. Wir entwickelten detaillierte Testfälle.
5. Wir führten strukturiertes Testing durch und meldeten die gefundenen Defekte.

3. Die Kraft kontinuierlicher Kommunikation: Transparenz und Entscheidungsunterstützung

In komplexen Projekten ist Kommunikation von entscheidender Bedeutung. Bei TestIT sind wir überzeugt, dass ein kontinuierlicher, transparenter Dialog für erfolgreiches Projektmanagement und effektives Risikomanagement unerlässlich ist. In diesem Projekt stützte sich die laufende Kommunikation auf folgende Säulen:

  • regelmäßige Statusbesprechungen
  • proaktives Risikomanagement
  • datenbasierte Berichte
  • Stakeholder-Management
Vollständige Zeitachse des Bank‑IDM‑Testprozesses mit der Rolle von TestIT, in neun Schritten dargestellt

Wie haben wir die größten Herausforderungen des Projekts gelöst?

Im Verlauf des Projekts standen wir vor mehreren erheblichen Herausforderungen, die nicht nur spezielles Fachwissen, sondern auch hohe Flexibilität erforderten. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Punkte und unsere Lösungsansätze vor.

1. Herausforderungen durch die Projektvorgeschichte

Da wir einen bereits laufenden Einführungsprozess übernahmen, war der Aufbau fachlichen Vertrauens in TestIT eine der wichtigsten Grundlagen der Zusammenarbeit. Unser Ziel war nicht nur, Fehler zu finden, sondern zunächst ein verlässliches Bild vom tatsächlichen Systemzustand zu gewinnen und dieses unserem Kunden zu vermitteln.

Die TestIT-Lösung

✔ Wir erstellten objektive, datenbasierte Berichte. Transparente Fehlerdokumentation und kontinuierliche Kommunikation sorgten dafür, dass die Entscheidungsträger ein realistisches Bild erhielten und ihre Entscheidungen nicht auf Hoffnungen, sondern auf Fakten stützten. Dabei war die unabhängige Position von TestIT ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

2. Aktualisierung der Dokumentation

Im Bankensektor können bereits kleinste Abweichungen in der Dokumentation schwerwiegende Folgen haben. Die Systeme selbst verfügen über eine äußerst komplexe Geschäftslogik mit zahlreichen spezifischen Bankprodukten und -prozessen. Benutzerhandbücher und Systemdokumentation müssen stets den aktuellen Systemzustand widerspiegeln. Ihre Aktualisierung und die Identifikation möglicher Lücken sind daher entscheidend, denn erst danach kann mit der eigentlichen Testarbeit begonnen werden.

Die TestIT-Lösung

✔ Proaktive Informationsbeschaffung – Unsere Tester gaben sich mit der vorhandenen Dokumentation nicht zufrieden. Wir organisierten regelmäßige Workshops mit Business-Analysten und Key Usern, um die tatsächlichen Geschäftsprozesse und Anforderungen zu erheben.

✔ Bankfachliches Domänenwissen – Die Mitglieder unseres Teams verfügten über fundierte Kenntnisse der Bankprozesse. So konnten sie die komplexe Geschäftslogik schnell verstehen und gezielt die richtigen Fragen stellen.

✔ Systemanalyse und Reverse Engineering – Wo Dokumentation fehlte, untersuchten wir das System selbst und leiteten die zugrunde liegende Logik aus der vorhandenen Funktionalität ab.

✔ Ausarbeitung detaillierter Testfälle – Auf Basis der gewonnenen Informationen erstellten wir detaillierte, schrittweise nachvollziehbare Testfälle, die kritische Geschäftsprozesse, Ausnahmen und Randbedingungen abdeckten. Besonderes Augenmerk legten wir auf Negativ-Testfälle.

3. Langer Projektzyklus und sich ändernde Anforderungen

Die jahrelange Einführung bedeutete auch, dass sich Anforderungen im Projektverlauf ändern konnten: neue Funktionen kamen hinzu oder der regulatorische Rahmen wurde angepasst. Für die Teststrategie war daher eine dauerhafte Anpassungsfähigkeit erforderlich.

Die TestIT-Lösung

✔ Einführung agiler Elemente – Obwohl das Projekt grundsätzlich in einem klassischen Enterprise-Waterfall-Rahmen ablief, integrierten wir agile Elemente in den Testprozess. Dazu gehörten kurze, iterative Testzyklen, kontinuierliches Feedback und ein flexibles Ressourcenmanagement.

✔ Priorisierung und Fokus – Wir priorisierten die Testfälle laufend nach Geschäftswert und Risiko, um sicherzustellen, dass die kritischsten Funktionen die meiste Aufmerksamkeit erhielten.

✔ Versionskontrolle und Konfigurationsmanagement – In enger Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsteam stellten wir über Versionskontrolle und Konfigurationsmanagement sicher, dass stets die richtige Systemversion getestet wurde.

4. Komplexe Systemintegration

Das Bankensystem kommunizierte mit zahlreichen externen und internen Systemen, was ein äußerst komplexes Integrationstesting erforderte. Aufgrund der Bedeutung der Genauigkeit von Finanzdaten waren zudem Datenbankprüfungen von zentraler Wichtigkeit.

Die TestIT-Lösung

✔  Integrations-Teststrategie – Wir erarbeiteten eine detaillierte Integrations-Teststrategie, die Datenflüsse und Funktionalität zwischen den verschiedenen Systemen abdeckte.

✔ Datenbankkenntnisse – Unsere Tester verfügten über SQL-Kenntnisse und konnten so die Genauigkeit und Integrität der in der Datenbank gespeicherten Daten direkt überprüfen. Dies war entscheidend, um die Korrektheit finanzieller Transaktionen und Berichte sicherzustellen.

✔ Enge Zusammenarbeit mit den Entwicklern – Wir stimmten uns laufend mit den Entwicklern zu Integrationspunkten und potenziellen Fehlerquellen ab und beschleunigten so den Fehlerbehebungsprozess.

Das Projekt in Zahlen

Anzahl der Regressions-Testfälle

1.204 Stk.

Anzahl der durchgeführten Regressionszyklen

8 Zyklen

Durchlaufzeit eines Regressionszyklus

10 Arbeitstage (mit 4 Testern)

Anzahl der erfassten Fehlertickets

287 Stk.

Was haben wir aus dem Projekt gelernt?

Die gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur für den Bankensektor, sondern für IT-Entscheider in jedem komplexen IT-Projekt relevant:

Ein „No-Go“ ist kein Scheitern, sondern eine verantwortungsvolle Entscheidung. Es ist wichtig zu betonen, dass das Vermeiden eines fehlgeschlagenen Go-Live in Wahrheit ein großer Erfolg ist. Langfristig bewahrt es das Unternehmen vor deutlich größeren Schäden als jene, die durch eine Projektverlängerung entstehen. IT-Entscheider müssen den Mut haben, solche schwierigen Entscheidungen zu treffen, wenn die Daten sie stützen.

Testing darf nicht ans Projektende verschoben werden. Eine frühzeitige Einbindung ist von entscheidender Bedeutung.

Fehlende Dokumentation darf kein Showstopper sein. Ein erfahrenes Testteam kann Informationen proaktiv erheben, Prozesse strukturieren und auch unter ungünstigen Rahmenbedingungen effektiv testen.

Kontinuierliche, transparente Kommunikation ist unverzichtbar. Regelmäßige Statusmeetings, proaktives Risikomanagement und datenbasierte Berichte stellen sicher, dass alle Beteiligten stets aktuell informiert sind und Entscheidungen im Konsens getroffen werden können.

Unabhängige Expertise ist von unschätzbarem Wert. Es braucht einen externen, objektiven Blick, der kein Interesse an einem schnellen Go-Live hat und den tatsächlichen Systemzustand offenlegt. Gleichzeitig verleiht diese Unabhängigkeit IT-Verantwortlichen die nötige Sicherheit, fundierte Entscheidungen zu treffen – auch dann, wenn sie unangenehm sind.

Wenn Sie auf den Erfolg Ihres IT‑Projekts setzen wollen …

Wenn Sie sich gerade auf die Einführung eines komplexen Systems, die Migration eines Altsystems vorbereiten oder einfach nur auf Nummer sicher gehen möchten bei der Durchführung eines IT‑Projekts, dann bieten wir Ihnen mit TestIT auf Basis unserer langjährigen Erfahrung Folgendes an:

Umfassende Testdienstleistungen – Von der Planung über die Koordination bis hin zur Durchführung – sei es funktionales, Performance- oder automatisiertes Testing.

✔ Expertenwissen für die komplexesten Systeme – Besonders im Finanzsektor, wo Domänenkenntnisse entscheidend sind.

✔ Unabhängige, objektive Bewertung – Wir haben kein Interesse an einem schnellen Go-Live; unser einziges Ziel ist Qualität.

✔ Proaktive Kommunikation und Transparenz – Wir informieren Sie fortlaufend über Projektstatus und identifizierte Risiken.

✔ Flexible und skalierbare Ressourcen – Ob Sie ein vollständiges Testteam oder spezielle Expertise benötigen.

FAQ

1. Wie lässt sich die Durchlaufzeit eines großen Regressionszyklus (1000+ Testfälle) realistisch planen?

Für eine realistische Planung reicht eine bloße Schätzung nicht aus. In den ersten Regressionszyklen ist die Durchführung fast immer langsamer, da viele neue Fehler auftreten, der Administrationsaufwand höher ist und sich Testset sowie Umgebung noch im Aufbau befinden. Daher sollte man für die ersten 2–3 Zyklen mit längeren Durchlaufzeiten rechnen und das Ziel (z. B. 10 Arbeitstage) erst auf Basis realer Erfahrungswerte verfeinern. Die tatsächliche Geschwindigkeit der Regression hängt immer von Fehlertendenzen, Systemstabilität und der Lernkurve des Testteams ab.

2. Was kann das Testmanagement tun, wenn die Dokumentation schwach ist, das Testing aber nicht verschoben werden kann?

In solchen Situationen muss das Testteam teilweise eine „Dokumentationsersatz“-Rolle übernehmen. Es empfiehlt sich, mit den Schlüsselbeteiligten (Entwicklern, Systemanalysten, Fachbereich) kurze, fokussierte Wissensaustauschrunden durchzuführen, die Prozesse in Testfälle zu „übersetzen“ und die Testdaten an der tatsächlichen Geschäftspraxis auszurichten. Testfälle, Fehlertickets und Testdatenkatalog bilden gemeinsam eine Art Ersatzdokumentation – vorausgesetzt, sie werden konsequent in einer gemeinsamen Wissensbasis gepflegt.

3. Wann ist eine No-Go-Entscheidung am Ende einer lang laufenden Einführung gerechtfertigt?

Ein No-Go ist dann fachlich vertretbar, wenn die Testergebnisse über einen längeren Zeitraum zeigen, dass das System weiterhin ein geschäftlich nicht tragbares Risiko birgt: viele kritische und schwerwiegende Fehler, eine instabile Umgebung, sich wiederholende Regressionsfehler und nicht zuverlässig laufende, geschäftskritische Prozesse. In einem solchen Fall sollte die Entscheidung auf Testabdeckung, Fehlermetriken und Umfeldstabilität gestützt werden – auch wenn sie finanziell und emotional schmerzhaft ist. Langfristig verursacht ein gut begründetes No-Go deutlich weniger Schaden als ein riskantes Go-Live.

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